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Literatur und Marseille

 

 

 

 

Marseille Präfektur des Departements Bouches-du-Rhone, Bistum, Sitz einer naturwissenschaftlichen und einer medizinischen Fakultät.

Der Historiograph Jainville beschreibt den alten Hafen, in dem er sich 1248 mit Ludwig dem Heiligen zum sechsten Kreuzzug einschiffte.

Der Schriftsteller Hanare d'Urfe wurde am 11. Februar 1568 in Marseille geboren. Er erwähnt seinen Geburtsort in seinem Schäferroman "Astree" (1607-27), der die Auffassung von der Liebe in der höfisch-preziösen Gesellschaft Frankreichs schildert.

Im Jahre 1646 wurde Georges de Scudery dank Madame de Rambouillet Gouverneur des alten Forts Notre-Dame de la Garde, über das er 1644 ein längeres Gedicht verfaßte. Die Briefe seiner Schwester und Mitarbeiterin, Madeleine de Scudery, geben ein interessantes Bild des Marseiller Lebens im 17. Jahrhundert.

Stendhal
arbeitete nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst vom August 1805 bis 1806 als Angestellter des Kolonialwarenhändlers Meunier in Marseille in der Rue Venteuse Nr. 14. Er war seiner Geliebten, der Schauspielerin Louason, nach Marseille gefolgt, die hier ein Engagement am Grand Thehre, wo sie in "Tancrede" debütieren sollte, angenommen hatte. Eine Gedenktafel am Hause erinnert an den Aufenthalt des Schriftstellers in der Stadt.

Merimee
war 1837 in Marseille und widmet dem "herrlichen Marseille, dieser einzigartigen Stadt Frankreichs. . . und sei
ner großartigen Straße, die Cannebiere heißt, weil sich dort früher Felder befanden, die mit Hanf bestellt waren, der auf griechisch canabis heißt", einige bemerkenswerte Seiten seiner "Memoires d'un Touriste".

George Sand
ihre beiden Kinder und Chopin stiegen im Februar des Jahres 1839 auf der Rückreise von den Balearen im Hotel Beauvau in der Rue Beauvau Nr. 4 in unmittelbarer Nachbarschaft der Canebiere ab. Sie blieben bis Ende Mai, da der kranke Chopin erst dann nach Paris zurückkehren konnte. Die Schriftstellerin war schon im Dezember 1833 in Marseille gewesen und von hier mit Musset nach Genua, wo die Italienreise der beiden Liebenden begann, aufgebrochen.

Emile Zola
meldete sich im Jahre 1859 zur Reifeprüfung in Marseille und fiel zum zweiten Mal durch.

Der Bühnendichter Edmond Rostand, der mit seiner Komödie "Cyrano de Bergerac" (1897) einen Welterfolg errang, wurde am 1. April 1868 als Sohn des Schriftstellers Eugene Rostand im Hause Nr. 14 der Straße, die heute seinen Namen trägt, geboren. Er war Schüler des Gymnasiums der Stadt.

Arthur Rimbaud
starb am 10. November 1891 nach einem bewegten Leben im Alter von 37 Jahren in den Armen seiner Schwester im Spital La Conception. Er hatte Harar in Abessinien, wo er viele Jahre seines Lebens verbracht hatte, am 2. April 1891 schwer krank verlassen und nach seiner Landung in Marseille sofort das Spital aufgesucht, wo ihm Ende Mai das rechte Bein amputiert wurde. Bis Juli blieb er im Krankenhaus und kehrte dann nach Roches in sein Elternhaus zurück. Hier pflegte ihn vor allem seine Schwester Isabelle, allerdings ohne Erfolg. Einen Monat nach seiner Heimkehr, am 23. August, reiste er in ihrer Begleitung wieder nach Marseille, wo er Heilung zu finden hoffte.

Guillaume Apollinaire
der als Gefreiter des 38. Artillerie Regiments in Nimes stand, nahm am 28. März 1915 in Marseille von seiner Geliebten, der Gräfin Coligny-Chatillon, Abschied, bevor er am 6. April von Nimes aus an die Front ging. In Marseille erfuhr der Dichter, dass seine Liebe zu "Lou", die ihn nur leiden ließ, kaum erwidert wurde.

Der Schriftsteller-Pilot Saint-Exupery beflog im Jahre 1932 die Linie Marseille- Algier.

Das, auf einer der Stadt vorgelagerten Kalksteininsel, im Jahre 1524 erbaute Chateau d'If wurde später Gefängnis und verdankt seine Berühmtheit dem Roman "Le Comte de Monte-Cristo" ("Der Graf von Monte-Cristo") von Alexandre Dumas dem Älteren . Die Helden des Romans, Abt 'paria und Edmond Dantes, waren hier eingekerkert.

Der Atmosphäre der Hafenstadt am Mittelmeer und ihren Einwohnern um den alten Hafen herum hat der im Jahre 1895 im benachbarten Aubagne geborene Bühnenschriftsteller Marcel Pagnol, Mitglied der Academie Francaise, in seinen drei Volksstükken "Marius", "Cesar" und "Fanny", die in der deutschen Übersetzung unter dem Titel "Zum goldenen Anker" zusammengefasst sind, ein Denkmal gesetzt.

Marcel Pagnol
Selbst Sohn eines Lehrers aus dem nahen Aubagne und ein disziplinierter Arbeiter, der in Paris um seine Karriere kämpfte, stilisierte er in "Marius" den Marseillaiser Nichtstuer, den fröhlichen, aufbrausenden, großsprecherischen, aber gutherzigen Kartenspieler in der Bar de la Marine. Selten hat ein literarisches Klischee derartige Wirkung entfaltet. Marius ist in Frankreich noch heute der Marseillaiser schlechthin.

Anna Seghers
war im Oktober 1940 das erste Mal in Marseille gewesen und war von der Stadt begeistert.

Nur knapp drei Monate, vom 30. Dezember 1940 bis zum 24. März 1941, lebte Anna Seghers mit ihren  beiden Kindern, in Marseille .

In ihrem Roman Transit , den Anna Seghers schon in Marseille begonnen und im Herbst 1942 in Mexiko beendet hat, verarbeitet sie diese traumatische Zeiterfahrung.